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Experten-Tipps

Felltypen bei Hunden

Kuschelig weich oder etwas borstig, in langen Locken oder kurzen Stoppeln: Hunde haben die verschiedensten Fellarten, die sich von Rasse zu Rasse, aber auch vom Lebenszyklus des Hundes unterscheiden. Die Evolution und die verschiedenen Züchtungen haben dazu beigetragen, dass man einige Rassen nicht eindeutig einem Felltyp zuordnen kann, bei Mischlingen ist das naturgemäß nahezu unmöglich.

In diesem Beitrag geben wir Ihnen einen Überblick über die klassischen Felltypen und Fellstrukturen beim Hund sowie kurze Tipps zur Pflege. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem ausführlichen Beitrag zur Hunde-Fellpflege.

Inhalt

Der Hund und sein Fell

Nahezu jede Hunderasse hat Fell, dessen Aussehen und Struktur vor allem von seiner Rasse abhängt. Nur die Nase und die Pfotenballen sind haarlos. Das Haar des Hundes gibt dem Vierbeiner nicht nur sein typisches Aussehen, sondern erfüllt auch verschiedene Aufgaben. Allen voran ist hier der Schutz vor äußeren Einflüssen zu nennen: Kälte, Hitze, Nässe, UV-Strahlen, Parasiten und auch Verletzungen, ob bei einem Kampf mit einem anderen Tier oder durch Gestrüpp und Äste beim Gassigehen. Über ihr Haarkleid kommunizieren Hunde außerdem miteinander – ein typisches Beispiel ist aufgestelltes Fell bei einem Hund, der sich bedroht fühlt. Am Hundefell kann Herrchen oder Frauchen außerdem erkennen, ob es ihrem Liebling gut geht: Glänzendes Hundefell ohne kahle Stellen zeugt von bester Hundegesundheit.

Hundehaare wachsen in Büscheln aus Trichtern, die Haarwurzel befindet sich unter der Haut. Jedes Haupthaar hat zwei bis drei zusätzliche Nebenhaare. Über Nervenzellen in der Haut werden Signale an Muskeln gesendet, die dafür sorgen, dass das Haar anliegt – oder sich in einer außergewöhnlichen Situation sträubt.

In der Haut befinden sich außerdem Talgdrüsen, die jedes einzelne Haar beim Hund mit Fett und Mineralstoffen versorgen, so dass bei einem gesunden Hund das Fell schön glänzt und geschmeidig ist. Der Talg lagert sich auch direkt an den Haarwurzeln ab, ein natürlicher Schutz gegen Nässe.

Deckhaar und Unterwolle

Deckhaar

Alle Hunderassen mit Fell haben Deckhaare, die auch Grannenhaare genannt werden. Die Haare sind dicker als die Unterwolle, aber sie wachsen nicht so dicht – zwischen 400 und 1.200 Haare pro Quadratzentimeter im Gegensatz zu bis zu 20.000 Unterwollhaaren. Die ursprüngliche Haarstruktur von Deckhaar ist das Stockhaar, das nordische Wölfe bis heute haben.

Die Gene bestimmen die Haarstruktur, die Länge, die Lebensdauer und auch die Farbe des Deckhaars. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Deckhaar nach ca. sechs bis acht Wochen abstirbt und ausfällt. Hundehaare – egal ob Deckhaare oder Unterwolle – sterben einzeln ab und nicht in Büscheln, so dass Ihr Hund nie kahle Stellen haben sollte. Solche Stellen weisen auf eine Erkrankung Ihres Hundes hin, ein Besuch beim Tierarzt ist in dem Fall zu empfehlen.

Unterwolle

Die Haare der Unterwolle sind viel dünner als Deckhaare, meist sind sie flaumig und weich. Sie sind normalerweise kürzer als die Deckhaare, zwischen nur wenigen Millimetern und 2 Zentimetern lang. Manche Hunderassen haben ein sogenanntes Doppelfell – bei diesen Hunden sind Deck- und Wollhaare gleich lang, beispielsweise bei Huskys oder Samojeden.

Die Unterwolle wächst nicht gleichmäßig am Körper eines Hundes und auch nicht immer – Hunde mit Unterwolle wechseln ihr Fell im Frühjahr und im Herbst, um sich auf die warme oder kalte Jahreszeit vorzubereiten. Mit „Fell“ ist hier allerdings tatsächlich vor allem die Unterwolle gemeint – das Deckhaar ist vom Fellwechsel weniger betroffen. Denn die Unterwolle hält den Hund im Winter warm und muss im Frühjahr, wenn es wärmer wird, wieder runter. Sie ist dann nicht ganz weg, sondern nicht so dicht und dick wie im Winter. Im Herbst wiederum muss das Sommerfell abgeworfen werden, damit die wärmende Unterwolle wachsen kann.

Und so ist der Fellwechsel einerseits von den Genen des Hundes gesteuert, andererseits aber auch von den Temperaturen und der Länge des Tageslichts. Im Beitrag Fellwechsel beim Hund finden Sie viele Informationen rund um diese für Herrchen und Hund oft herausfordernde Zeit und Tipps rund um den Fellwechsel.

infografik mit gezeichneten Hunden zu deren Felltypen

Felltypen bei Hunden

Stockhaar

Deutsche Schäferhunde, Rottweiler oder Collies verfügen über Stockhaar, den ursprünglichen Felltyp bei Hunden: Wölfe, die Vorfahren unserer domestizierten Vierbeiner, haben Stockhaar. Diese Fellart besteht aus Deckhaar und Unterwolle. Bei Hunden mit kurzem Stockhaar sind die Deckhaare 3 bis 4 cm lang, die Unterwolle ist kürzer. Langstockhaar-Rassen wie der Langhaarschäferhund haben Deckhaare mit bis zu 10 cm Länge, oft gewellt. Samojeden und Huskys haben ein sogenanntes Doppelfell: Deckhaar und Unterwolle sind gleich lang.

Pflegetipps:

  • Das Haar sollte nicht nur regelmäßig gekämmt, sondern auch gebürstet werden, vor allem bei Stockhaar-Hunden.
  • Abgestorbenes Deckhaar und Unterwolle fallen nicht immer von alleine aus, diese sollten Sie regelmäßig entfernen.

Kurzhaar

Boxer, Labradore, Dobermänner oder Französische Bulldoggen sind typische Kurzhaar-Rassen. Die Haare sind 1 bis 2 cm lang und liegen ganz dicht am Körper. Hunde mit diesem Felltyp können viel Unterwolle haben (z.B. Kurzhaar-Collie), wenig (Deutscher Pinscher) oder gar keine (Whippet).

Pflegetipps:

  • Entfernen Sie abgestorbene Unterwolle mit einer Bürste.
  • Verwenden Sie keine Striegel oder Bürsten aus Metall.

Langhaar

Border Collies, Spaniel oder Irish Setter verbindet man sofort mit Langhaar-Hunden. Sie haben Deckhaare in einer Länge von bis zu 20 cm. Auch dieser Fellart gibt es Hunde mit viel (Spitz, Bobtail), wenig (Spaniel, Setter) oder gar keiner Unterwolle (Yorkshire Terrier)

  • Dichtes Fell sollte täglich gekämmt werden – das verhindert Verfilzungen.
  • Hunde ohne Fellwechsel werden nicht geschoren, das Haar wird lediglich geschnitten.

Wellhaar

Typische Vertreter von Wellhaar-Hunden sind Pudel und Wasserhunde. Das Fell bei dieser Art ist immer lang und gewellt bzw. gelockt. Die meisten Lockenhunde haben keine Unterwolle. Ausnahmen sind beispielsweise Bolonka Zwetna und Puli, die zwar Locken, aber auch dichte Unterwolle haben.

  • Häufiges Kämmen verhindert Verfilzungen. Am einfachsten geht das nach dem Baden.
  • Diese Hunde verlieren kein Fell und müssen regelmäßig geschoren werden.

Rauhaar

Rauhaardackel, Schnauzer und Deutsch Drahthaar gehören zu Rauhaar-Rassen: Ihr Deckhaar ist mittellang, wasserabweisend, sehr fest und fühlt sich drahtig an. Rauhaar-Hunde haben meistens dichte Unterwolle, die rausgezupft werden muss, da die abgestorbenen Haare nicht von selbst ausfallen.

  • Das Fell dieser Hunde muss regelmäßig getrimmt und geschoren werden.
  • Abgestorbene Unterwolle fällt nicht von selbst heraus, sondern muss rausgezupft werden.

Pflegeaufwand der verschiedenen Haartypen

Wenn Sie sich demnächst einen vierbeinigen Freund in die Familie holen möchten und die Fellpflege auch eine Rolle bei der Entscheidung spielt, hilft Ihnen vielleicht diese kleine Übersicht. Die Angaben sind dabei Richtwerte, denn bei der Fellpflege gibt es nicht nur Unterschiede zwischen den verschiedenen Hunderassen, sondern auch den Tieren selbst: So können Hunde der gleichen Rasse unterschiedlich dichtes Fell haben und den Fellwechsel anders durchmachen, was natürlich auch Einfluss auf die Pflege hat.

Fellart Aufwand

Stockhaar 3 von 5

Kurzhaar 2 von 5

Langhaar 4 von 5

Wellhaar 4 von 5

Rauhaar 3 von 5

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welchen Felltyp Ihr Hund hat und welche Pflege er benötigt, dann fragen Sie Ihren Tierarzt oder einen professionellen Hundefriseur. Dieser kann Ihnen dabei helfen, die optimalen Pflegeprodukte für Ihren Vierbeiner auszusuchen.

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