Hund trimmen
So wie wir unsere Kleidung den Jahreszeiten anpassen, so tun es auch Hunde über den Fellwechsel, der meist im Frühjahr und im Herbst stattfindet. Doch nicht alle Rassen machen den Fellwechsel durch. Deshalb müssen beispielsweise Pudel geschoren werden. Und Hunde mit drahtigem Fell werden getrimmt: Da die abgestorbenen Haare im Hundefell dieser Rassen nicht von selbst ausfallen, müssen sie herausgezupft werden.
Entgegen so mancher Meinung tut das Trimmen dem Hund nicht weh. Ganz im Gegenteil: Wird das Fell nicht regelmäßig getrimmt, juckt es, es kommt zu Verfilzungen, Knoten oder Entzündungen, und Parasiten können sich in den abgestorbenen Haaren richtig einnisten. Wenn man dann auch noch die Menge an Fell sieht, die nach dem Trimmen unter dem Hund liegt, weiß man, dass man seinem Vierbeiner mit dem Trimmen etwas Gutes gegönnt hat.
Hundefell, das regelmäßig getrimmt wird, bleibt gesund, ist glänzender und weicher. Damit es das ganze Jahr über so schön aussieht, sollten Hunde alle vier bis sechs Monate getrimmt werden. Wenn Sie einen Rolling Coat erreichen möchten, muss das Fell spätestens alle zehn bis vierzehn Wochen getrimmt werden.
Inhalt
- Welche Rassen müssen getrimmt werden?
- Was ist ein Rolling Coat?
- So trimmen Sie Ihren Hund richtig
- Werkzeuge zum Trimmen
- Hund ans Trimmen gewöhnen
Welche Rassen müssen getrimmt werden?
Zu den Hunderassen, deren Fell getrimmt werden muss, gehören alle mit drahtigem, starken Fell: Rauhaardackel, Drahthaar-Foxterrier, Airedale Terrier, Grand Basset Griffon Vandèen, Cocker Spaniel, Setter, Parson Russel Terrier, Deutsch Drahthaar, Schnauzer, Cairn Terrier und West Highland White Terrier, Welsh Terrier ... Die Reihe lässt sich noch weiter fortsetzen. Wenn Sie als frisch gebackener Hundebesitzer nicht sicher sind, ob Ihr Hund getrimmt, geschoren oder nur durch Bürsten beim Fellwechsel unterstützt werden muss, fragen Sie Ihren Tierarzt, einen Hundefriseur oder kontaktieren Sie uns – wir helfen Ihnen gerne weiter.
Was ist ein Rolling Coat?
Im Zusammenhang mit Hunden, die getrimmt werden müssen, ist oft die Rede von einem Rolling Coat. Doch was ist das eigentlich?
Je länger Sie sich Zeit mit dem Trimmen Ihres Hundes lassen, desto stumpfer und ungepflegter sieht es aus. Um Juckreiz und Entzündungen vorzubeugen, sollten Sie Ihren Hund auf jeden Fall mindestens zwei Mal im Jahr trimmen.
Ein Rolling Coat erfordert etwas mehr Arbeit: Der Hund sollte alle sechs bis acht Wochen getrimmt werden, dabei wird lediglich die oberste Fellschicht entfernt. Auf diese Weise bilden sich mehrere Schichten Fell, die sozusagen untereinander nachwachsen. Die neue Schicht wird nach dem Trimmen sofort sichtbar. Viele Hundebesitzer nehmen den Aufwand gerne in Kauf, denn ein Hund mit einem Rolling Coat sieht das ganze Jahr über top gepflegt aus. Ein weiterer Vorteil: Auch wenn Sie den Hund öfter trimmen müssen, dauert die Prozedur nicht ganz so lange wie beim Trimmen in längeren Zeitabständen.
So trimmen Sie Ihren Hund richtig
Mit unseren Tipps ein wenig Übung können Sie das Trimmen ganz einfach zuhause erledigen, ohne mit Ihrem Liebling zum Hundefriseur gehen zu müssen. Nehmen Sie sich auf jeden Fall Zeit fürs Trimmen – ein Profi braucht bei einem mittelgroßen Hund ca. 90 Minuten fürs Trimmen. Planen Sie je nach Ihrer Erfahrung mehr Zeit ein oder teilen Sie das Trimmen in mehrere Sitzungen, bei denen Sie jeweils nur einen Teil des Hundefells bearbeiten.
Trimmprobe nehmen
Wenn Ihr Hund keinen Rolling Coat erhalten soll, Sie ihn also nur nach Bedarf trimmen wollen, dann machen Sie auf jeden Fall eine Trimmprobe. Diese können Sie in wöchentlichem Abstand vornehmen, um den perfekten Zeitpunkt zum Trimmen zu finden. Greifen Sie dazu mit zwei oder drei Fingern in die Unterwolle und versuchen Sie, ein Haarbüschel herauszuzupfen. Geht es schwer, ist die Zeit zum Trimmen noch nicht gekommen. Wenn Sie aber ganz leicht einen Büschel herausziehen können, ist das Haar soweit.
Hund und Arbeitsplatz vorbereiten
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund ausgepowert ist und sich deshalb relativ ruhig trimmen lässt. Stellen Sie ihn auf einen Tisch oder eine glatte Oberfläche, damit die Entfernung der getrimmten Haare einfach von der Hand geht. Eine dünne Decke kann auch dazu dienen, das Haar aufzufangen, das Sie dann nur noch in den Mülleimer schütten müssen.
Schmutz entfernen
Zuerst entfernen Sie Verschmutzungen oder Verfilzungen aus dem Fell Ihres Hundes. Verwenden Sie dafür eine Bürste, einen Metallkamm oder einen Striegel.
Das Fell glätten
Mit einem Plastikkamm ziehen Sie das feine Fell an den Augenbrauen und an sensiblen Stellen, zum Beispiel hinter den Ohren, glatt.
Das Fell striegeln
Mit einem Gummistriegel bürsten Sie nun das glatte und kurze Fell in den Flanken und unter dem Bauch aus. Die Massage entspannt Ihren Liebling und tut Muskulatur und Haut Ihres Hundes gut. Für das weiche, lange Fell an Brust, Rücken und Schenkeln ist auch eine Softbürste gut geeignet.
Den Hund trimmen
Nun geht es ans Eingemachte: Wenn alle Verfilzungen, Knoten und Verschmutzungen entfernt worden sind, greifen Sie zum Trimmmesser oder zum Trimmstein und zupfen die abgestorbenen Haare heraus. Beginnen Sie am Kopf und arbeiten sich dann bis zur Rute durch. Für die Unterwolle verwenden Sie ein grobzahniges Trimmmesser, für das feine Deckhaar ist eine feinzahnige Variante besser geeignet. Arbeiten Sie immer in Wuchsrichtung des Fells, nie dagegen. Das könnte tatsächlich beim Entfernen der Haare aus den Follikeln Schmerzen verursachen.
Hunde haben einige empfindliche Stellen, beispielsweise am Bauch oder an der Brust. Zupfen Sie hier die Haare lieber vorsichtig mit der Hand heraus als mit dem Trimmmesser.
Empfindliche Stellen bearbeiten
Am Schambereich, an der Schnauze und an den Ohren wird nicht getrimmt – an diesen Stellen schneiden Sie mit einer Effilierschere vorsichtig zu langes Fell ab. Die Rute wird weder getrimmt noch geschoren, hier reicht ausgiebiges Bürsten.
Werkzeuge zum Trimmen
Um Ihren Vierbeiner optimal trimmen zu können, benötigen Sie verschiedene Werkzeuge. Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl des passenden Werkzeugs – kontaktieren Sie uns gerne jederzeit!
Trimmmesser
Diese speziellen Werkzeuge schneiden das Fell nicht, sondern greifen zwischen ihren Zähnen das Fell. Gute Trimm-Messer sind deshalb immer stumpf. Dank einem ergonomisch geformten Griff liegt ein solches Messer gut in der Hand. Beim Trimmen fahren Sie damit in Wuchsrichtung ins Fell, greifen das lose Fell und entfernen es mit einer kurzen „zupfenden“ Bewegung. Ihr Daumen ruht dabei auf der Klinge des Trimmmessers und Ihre Hand umfasst den Griff. Trimmmesser sind mit verschiedenen Zahnungen erhältlich – je feiner das zu entfernende Haar, desto feiner sollte die Zahnung sein.
Trimmstein
Für die Feinarbeiten nach dem groben Trimmen mit dem Trimmesser eignet sich ein Trimmstein sehr gut. Trimmsteine sind aus Naturstein hergestellt, viele Produkte verfügen über einen Haltegriff. Sie greifen das Fell zwischen Ihrem Daumen und dem Stein und zupfen es wie gewohnt heraus.
Fingerlinge und Trimmhandschuhe
Fingerlinge oder spezielle Trimmhandschuhe sind ebenfalls für Feinarbeiten oder Arbeiten an empfindlichen Stellen optimal geeignet. Dank der rauen Oberfläche können Sie ohne zusätzliches Werkzeug das Fell Ihres Hundes gut greifen und die abgestorbenen Haare herauszupfen. Wenn Sie Ihren Hund mit der Hand trimmen, können Sie zusätzlich ein Trimmpuder benutzen, das die Griffigkeit des Fells verbessert.
Hund ans Trimmen gewöhnen
Ob von Ihnen selbst vorgenommen oder beim Hundefriseur: Trimmen und Pflegen gehört bei den meisten Hunden nicht zur Lieblingsbeschäftigung. Damit Ihr Vierbeiner gut durchhält, sollten Sie ihn von klein auf ans Bürsten, Kämmen und Trimmen gewöhnen, am Anfang noch spielerisch. Fangen Sie bei Hunderassen, die getrimmt werden müssen, mit ca. zwölf Wochen an, sie regelmäßig für einen längeren Zeitraum im Stehen zu bürsten, kämmen und kraulen und belohnen Sie den Hund natürlich jedes Mal, wenn er die Prozedur geduldig über sich ergehen lässt. Mit ca. einem halben Jahr wird es dann Zeit, das Fell das erste Mal zu trimmen. Mit einer guten Vorbereitung sollte das kein Problem sein.

