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Pfotenpflege beim Hund

Hundepfoten haben wichtige Aufgaben: Sie tragen den Hund durchs Leben, schützen dank ihrem Aufbau vor Verletzungen und sorgen durch ihre Polsterung dafür, dass Knochen und Gelenke lange gesund bleiben. Gleichzeitig sind Pfoten aber auch sehr sensibel, weshalb regelmäßige Pfotenpflege zur Routine in jedem Hundehaushalt gehören sollte. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über Hundepfoten und Pfotenpflege.

 

Alles über Hundepfoten

 

Wie ist der Aufbau einer Hundepfote?

Rein anatomisch ist eine Hundepfote wie unsere Hände und Füße aufgebaut: mit Handwurzel, Mittelhand und fünf Fingern. Vier davon bestehen aus drei Gliedern. Die Daumenkralle an den Vorderpfoten bzw. die Afterkralle oder Wolfskralle an den Hinterpfoten weist nur zwei Glieder auf und hat keine Funktion. Manche Hunderassen verfügen gar nicht mehr über die Wolfskralle.

Die Ballen bestehen aus dicken Fettpolstern, die von einer Hornschicht geschützt werden. Dank der Zwischenzehenhaut ist die Hundepfote äußerst beweglich, so dass der Hund auch auf unwegsamem Gelände gut Halt findet.

Die Art der Fortbewegung ist allerdings anders als bei uns Menschen: Wenn man die Pfote mit dem menschlichen Fuß vergleichen würde, laufen Hunde ausschließlich auf ihren Zehen.

 

Was für Aufgaben hat die Hundepfote?

Hundepfoten erfüllen viele Aufgaben, die für ein gesundes, zufriedenes Hundeleben wichtig sind:

  • Die dicke Hornhaut (30-mal dicker als die Hundehaut!) schützt die Pfoten vor Verletzungen durch spitze Steinchen, vor Kälte, Nässe und Wind.
  • Die Fettpolster federn den Gang des Hundes ab, was Knochen und Gelenke schont.
  • In den Ballen befindliche Rezeptoren nehmen Temperatur, Vibrationen, Bodenbeschaffenheit und Berührung wahr, was die Orientierung des Hundes unterstützt.
  • An den Ballen sitzen die einzigen Schweißdrüsen, die Hunde haben, so dass die Temperatur des Tieres teilweise durch die Pfoten reguliert wird. Der Schweiß ist gleichzeitig auch die Duftmarke des Hundes, also ein Kommunikationsmittel zu anderen Hunden.
  • Neben Schweiß wird an den Ballen auch ein spezielles Sekret produziert, das für einen besseren Grip der Pfoten sorgt.
  • Die Haare zwischen den Ballen schützt die Ballenzwischenräume.
  • Die Krallen geben den Pfoten zusätzlichen Halt.
 

Warum ist Pfotenpflege wichtig?

Gesunde Pfoten bedeuten eine hohe Lebensqualität für jeden Hund. Auch wenn sich Ihr Liebling vielleicht einen Fremdkörper herauslecken kann, kann er sich seine Krallen nicht selbst stutzen oder das zu lange Fell schneiden. Deshalb ist er auf Sie und die regelmäßige Pfotenpflege angewiesen.

Tierärzte empfehlen, die Pfoten Ihres Hundes zwei- bis dreimal die Woche zu kontrollieren: Ist die Haut rissig? Liegen Verletzungen vor? Sind Krallen und/oder Fell zu lang? Bei Regen und im Winter sollten die Pfoten nach dem Gassigehen richtig abgetrocknet werden, um Milben und Parasiten kein feuchtwarmes Milieu zu bieten.

Daran erkennen Sie, dass die Pfoten Ihres Hundes Pflege benötigen:

  • Die Krallen klacken beim Laufen auf harten Böden.
  • Ihr Hund leckt oder knabbert an seinen Pfoten.
  • Auf glatten Böden fällt dem Hund das Laufen schwer, weil er rutscht.
  • Er hat keine Lust zu laufen.
  • Er stellt beim Laufen die Pfoten schräg.
  • Er lahmt, hinkt oder hat sichtbare Schmerzen beim Laufen.
 

Folgen von fehlender Pfotenpflege

Wenn die Pfoten nicht regelmäßig gepflegt werden, kann es schwerwiegende Folgen für den Hund haben. Verletzungen durch Steine, Scherben oder Streusalz werden nicht erkannt und können sich entzünden. Im Fell zwischen den Ballen siedeln sich Parasiten und Milben an, die die Gesundheit des Hundes angreifen, und zu langes Fell legt sich auch mal unter die Ballen, so dass der Hund auf glattem Untergrund rutscht. Im Winter bilden sich in dem Fell außerdem oft Schnee- und Eisklumpen, die wiederum ebenfalls Verletzungen auslösen können.

Zu lange Krallen können gleich zu mehreren Problemen führen:

  • Die Krallen können brechen, ein- oder abreißen, was Schmerzen bereitet und zu Infektionen führen kann.
  • Beim Laufen schieben sich die Krallen in die Pfote hinein, was ebenfalls schmerzhaft, zumindest aber unangenehm ist.
  • Der Hund kommt nicht mehr vollständig mit den Ballen auf den Boden – die „ABS-Funktion“ der Pfoten wird damit ausgeschaltet, der Vierbeiner bewegt sich nicht mehr stabil und sicher.
  • Um Schmerzen zu vermeiden, verändern Hunde mit zu langen Krallen oft ihre gesamte Körperhaltung. Muskelverspannungen und -verhärtungen, Gelenkschäden und Fehlstellungen des gesamten Bewegungsapparats können hier die Folge sein.
 

Tipps zur Pfotenpflege

Für die Pfotengesundheit ist die Pfotenpflege beim Hund äußerst wichtig. Neben der allgemeinen Routine das ganze Jahr über sollten Sie den Pfoten im Winter zusätzliche Aufmerksamkeit schenken. Wie bei allen anderen Pflegeroutinen auch erleichtert Sie Ihnen und Ihrem Hund das Leben ungemein, wenn Sie ihn vom Welpenalter an daran gewöhnen. Bewährt hat sich auch die Pflege im Duett: Während eine Person den Hund streichelt und beruhigt, kümmert sich die andere um die Pfoten.

 

Was Sie für die Pfotenpflege brauchen

Als Hundehalter sollten Sie zuhause folgende Utensilien haben, um die Pfoten Ihres Hundes regelmäßig pflegen zu können:

 

Ganzjährige Pfotenpflege

Krallen

Es gibt keine Regel dafür, wie häufig Sie die Krallen Ihres Hundes stutzen sollten. Wenn sich Ihr Vierbeiner viel auf hartem Untergrund bewegt (Asphalt, Beton, Gehwegplatten), dann nutzen sich die Krallen gut selbst ab, so dass das Schneiden nicht so oft notwendig ist. Sind Sie mit Ihrem Liebling viel auf Wiesen und im Wald unterwegs, werden Sie öfter zur Krallenzange oder Krallenfeile greifen müssen. Auf jeden Fall müssen die Krallen gestutzt werden, wenn sie über die Pfotenballen hinausragen und/oder Geräusche auf harten Böden verursachen.

Krallen lassen sich mit einer Krallenzange oder einer Feile bzw. einem Krallenschleifer kürzen. Nagelzwicker für Menschen sind absolut ungeeignet! Beim Kauf der Krallenzange sollten Sie darauf achten, das die Größe zu Ihrem Hund passt.

Beim Schneiden von Krallen gibt es eine Herausforderung: Im Gegensatz zu menschlichen Nägeln haben Hundekrallen Blutgefäße, die bei der Krallenpflege nicht verletzt werden sollten, da sie stark bluten und zu Infektionen führen können. Bei Hunden mit hellen Krallen sind diese gut zu sehen. Wenn Ihr Hund dunkle Krallen hat, leuchten Sie mit starkem Licht gegen die Krallen, so sind die Blutgefäße oft gut erkennbar. Wenn das nicht funktioniert, hilft nur das vorsichtige Vorarbeiten, Millimeter für Millimeter, am besten nur mit einer Feile. Wenn Sie sich unsicher sind, dann bitten Sie Ihren Tierarzt oder Hundefriseur darum, Ihnen die beste Vorgehensweise beim Krallenschneiden zu zeigen.

 

Fell

Fell in den Ballenzwischenräumen hat eine Schutzfunktion für die empfindliche Zwischenhaut. Diese Funktion wird mit kurzem Fell erfüllt – langes Fell kann wiederum problematisch sein. Die Haare legen sich unter die Ballen, so dass der Hund ins Rutschen kommen kann, Steinchen, Splitt und Parasiten bleiben in den längeren Haaren haften und verursachen Schmerzen oder gar Verletzungen an den Ballen.

Schneiden Sie deshalb das Pfotenfell regelmäßig ab. Nutzen Sie dafür spezielle Pfotenscheren, die abgerundete Spitzen haben, so dass Sie Ihren Hund bei der Pflege nicht verletzen.

 

Pfotenpflege im Winter

Schnee, Splitt, Eis und Streusalz, dazu niedrige Temperaturen und ein feuchtes Klima: Der Winter bringt besondere Herausforderungen für die sensiblen Pfoten mit sich. Zu dieser Zeit ist nicht nur Pflege, sondern auch Pfotenschutz wichtig, damit Ballen und Haut gesund und unversehrt durch die kalte Jahreszeit kommen.

  • Trocknen Sie nach jedem Spaziergang die Pfoten mit einem Tuch ab, und suchen Sie gleichzeitig nach Fremdkörpern, die sofort zu entfernen sind.
  • Wenn die Pfoten besonders schmutzig sind, viele Eisklumpen daran hängen oder Sie auf Wegen mit viel Streusalz unterwegs waren, gönnen Sie Ihrem Liebling ein Pfotenbad in lauwarmem Wasser. Sie können Hundeshampoo verwenden, müssen aber nicht. Auch nach dem Bad ist es wichtig, dass die Pfoten schön trocken gerubbelt werden. Wenn Ihr Hund nicht gerne badet, verwenden Sie einen feuchten Waschlappen, um die Verschmutzungen zu entfernen und das Eis aufzutauen.
  • Angegriffene Pfotenballen neigen zu Rissen, die wiederum ein Einfallstor für Entzündungen, Milben und Parasiten sind. Für den perfekten Pfotenschutz eignet sich spezielles Pfotenbalsam, das Sie auf die sauberen, trockenen Ballen auftragen. Achten Sie beim Kauf der Pflege-Produkte darauf, dass die Inhaltsstoffe rein natürlich sind: Beim Ablecken der Pfoten gelangen diese nämlich auch über das Verdauungssystem in den Organismus.
  • Manche Hunde benötigen im Winter Hundeschuhe, da ihre Ballen besonders empfindlich sind. Ob Ihr Hund sie braucht, besprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt. Wegen der wichtigen Funktionen der Hundepfoten sollten Hundeschuhe nur in Ausnahmefällen benutzt werden.

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